Schultereckgelenkverrenkung

Schultereckgelenkverrenkung (Acromioclaviculargelenkluxation, ACG-Luxation, Schultereckgelenksprengung): Auskugeln des Gelenks zwischen der Schulterhöhe und dem Schlüsselbein infolge von Zerreißen sämtlicher Bandverbindungen zwischen Schlüsselbeinende und Schulterhöhe (Acromion). Das passiert meist beim Sturz auf die Schulter. Die Behandlung ist in der Regel konservativ, nur in schweren Fällen werden Schulterhöhe und Schlüsselbein operativ zusammengefügt. Die Verletzung hinterlässt normalerweise keine bleibenden Beschwerden oder Funktionseinbußen.

Leitbeschwerden

  • Schmerzhafte Schwellung, Druck- und Bewegungsschmerz über dem Schultereckgelenk (am seitlichen Ende des Schlüsselbeins)
  • Schmerzhafte Bewegungseinschränkung der Schulter und des Arms
  • Sichtbarer Hochstand des Schlüsselbeins am äußeren Ende.

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen, wenn sich leichtere Beschwerden im Bereich des Schultereckgelenks nicht zusehends bessern

Noch am selben Tag, wenn eine ausgeprägte Schwellung, starke Schmerzen oder ein sichtbarer Hochstand des Schlüsselbeins am Schultereckgelenk bestehen.

Die Erkrankung

Die Schulterhöhe (Acromion) an der oberen, äußeren Spitze des Schulterblatts und das äußere Ende des Schlüsselbeins (Clavicula) sind durch das Schultereckgelenk verbunden. Kräftige Bänder verstärken die Gelenkkapsel. Zusätzlich ziehen noch zwei weitere Bänder vom Rabenschnabelfortsatz des Schulterblatts zum Schlüsselbein. Je nach Schwere der Gewalteinwirkung sind Kapsel und Bänder nur gezerrt oder aber – teilweise oder vollständig – gerissen. Als Folge der Verletzung zieht die Halsmuskulatur das Schlüsselbein nach oben und verursacht das typische Symptom des Claviculahochstands. Schulterblatt und Arm verschieben sich dagegen unter dem Zug der Brustmuskulatur und dem Gewicht des Arms nach unten und vorne. Da bei nahezu jeder Bewegung des Arms auch Bewegungen im Schultereckgelenk stattfinden, führt die Verletzung zu einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung des Arms.

Das macht der Arzt

Diagnosesicherung. Der Arzt stellt die Diagnose anhand der Beschwerden und des gegebenenfalls sicht- und tastbaren Claviculahochstands. Beim typischen Klaviertastenphänomen lässt sich das hochstehende Schlüsselbein herunterdrücken und schnellt anschließend durch den Zug der Halsmuskulatur wieder nach oben. Röntgen und Ultraschall sichern die Diagnose; sie machen den Claviculahochstand insbesondere dann sichtbar, wenn der Zug des Arms durch Gewichte verstärkt wird. Entscheidend für die Therapieplanung ist der Grad des Claviculahochstands. Bei einer Zerrung von Kapsel und Bändern beträgt er nur wenige Millimeter, bei einem teilweisen Bandriss etwa 0,5–1 cm (halbe Schlüsselbeinbreite). Ein Abstand von über 1 cm (~ ganze Schlüsselbeinbreite) spricht für eine vollständige Zerreißung aller Bandstrukturen und rechtfertigt die Diagnose einer Schultereckgelenkverrenkung.

Konservative Therapie. Eine Zerrung wird konservativ, also ohne Operation behandelt – mit körperlicher Schonung, Kühlen und entzündungshemmenden Medikamenten wie Diclofenac. Starke Beschwerden bessern sich oft durch eine mehrtägige Ruhigstellung in einem Schulter-Arm-Verband (z. B. Gilchrist-Verband, z. B. bei Oberarmkopfbruch). Bei einem Teilriss der Bänder behandeln die Ärzte ebenfalls konservativ. Eine ein- bis zweiwöchige Ruhigstellung lindert die Schmerzen und fördert die Heilung.

Operative Therapie. Sind die Bänder vollständig zerrissen, ist eine operative Behandlung notwendig, insbesondere bei körperlich aktiven Menschen und Patienten, die oft Überkopfarbeiten wie z. B. Elektroinstallationen ausführen. Ziel der Operation ist die Rekonstruktion einer normalen Gelenkstellung, um einen späteren Gelenkverschleiß zu vermeiden. Als Nachteil gilt die kosmetisch oft störende Narbenbildung.

Bei der Operation reicht es nicht aus, die gerissenen Kapsel- und Bandstrukturen zu nähen. Die frischen Nahtverbindungen würden die großen Kräfte nicht aushalten, die Schulterblatt und Schlüsselbein auseinanderziehen. Bis die Bänder fest verheilt und belastbar sind, ist deshalb eine kräftige Verbindung zwischen Schulterblatt und Schlüsselbein erforderlich. Am häufigsten verwenden die Operateure dazu ein sich selbst auflösendes Band oder eine entsprechende Kordel, die sie um Rabenschnabelfortsatz und Schlüsselbein schlingen. Alternativ werden die beiden Knochen vorübergehend verdrahtet, verschraubt oder über eine Platte verbunden. Die eingebrachten Metallstücke verbleiben etwa ein halbes Jahr im Körper.

Nach der Operation ist es nur für einige Tage erforderlich, die betroffene Schulter ruhig zu stellen. Anschließend sind Bewegungen erlaubt, jedoch in den ersten sechs Wochen noch nicht oberhalb der Horizontalen. Das funktionelle Ergebnis ist in der Regel gut.

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